Seit 1991 werden Crémants de Luxembourg als Qualitätsschaumweine vermarktet. Sie sind hierzulande noch relativ unbekannt. An der jetzt stattfindenden Expovina Primavera in Zürich werden zehn Hersteller und ihre Produkte vorgestellt.
Luxemburg wird nicht auf den ersten Blick mit Wein in Verbindung gebracht. Doch entlang der Mosel, vom berühmten Ort Schengen bis nach Wasserbillig, sind auf einer Strecke von 42 Kilometern idyllische Rebberge zu finden. Auf Muschelkalk- und Keuperböden sind rund 1300 Hektaren bepflanzt – etwa ein Zehntel der Schweizer Rebfläche. 65 Weingüter produzieren jährlich drei Millionen Flaschen. Ein Viertel entfällt auf Schaumweine.Die prickelnden Preziosen nehmen denn auch eine besondere Stellung im Grossherzogtum ein. Seit 1991 darf der Name Crémant de Luxembourg für Qualitätsprodukte verwendet werden, sofern die gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind.
Die prickelnden Preziosen nehmen denn auch eine besondere Stellung im Grossherzogtum ein. Seit 1991 darf der Name Crémant de Luxembourg für Qualitätsprodukte verwendet werden, sofern die gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind.
Zu den Anforderungen gehören im Wesentlichen die Handlese und die zweite alkoholische Gärung in der Flasche, so wie es etwa in der Champagne der Fall ist. Die Lagerung auf der Hefe muss mindestens neun Monate betragen – verglichen mit fünfzehn Monaten im berühmten französischen Anbaugebiet. Etliche Produzenten lassen ihre Weine freilich länger reifen. Eine weitere Auflage: Aus 150 Kilogramm Trauben dürfen nicht mehr als 100 Liter Most gewonnen werden.
Eine Alternative zu Champagner und Prosecco
Für den luxemburgischen Crémant setzen die Weingüter hauptsächlich auf Chardonnay, Pinot noir, Pinot blanc sowie Riesling – entweder reinsortig oder als Cuvée. Diese Schaumweine fristen hierzulande, wo Prosecco und Champagner allgegenwärtig sind, ein Mauerblümchendasein. Manchmal lohnt sich trotzdem ein Blick auf solche Nischenprodukte. An der bis zum 26. März stattfindenden Expovina Primavera in Zürich besteht die Möglichkeit, zehn Produzenten aus Luxemburg und ihre Schaumweine kennenzulernen.
Mit dabei ist etwa die Genossenschaft Domaines Vinsmoselle, die zu den grösseren Erzeugern gehört. Kleiner ist die erst 2013 gegründete Winery Jeff Konsbrück. Sie verfügt über 14,5 Hektaren Rebfläche. Zu den Spitzen-Schaumweinen gehört etwa der biologisch produzierte Crémant Kinnekskummer, eine Assemblage aus Chardonnay, Pinot noir, Pinot meunier sowie einem kleinen Anteil Riesling. Gut bewertet werden auch die Produkte der Domaine Viticole Schlink, die über einen Rebenbestand von über 11 Hektaren verfügt. Einen Versuch wert ist der trockene Crémant Knuppert Extra Brut 2018 aus Chardonnay, Pinot noir, Pinot blanc sowie Auxerrois.
Leider an der Expovina nicht dabei ist die Domaine Kox. Sie zählt zu den Top 3 bei den Crémants de Luxembourg. Zu empfehlen ist der Top-Schaumwein La Cuvée Melusiner. Das Weingut wagt es auch, unkonventionelle Wege zu beschreiten, etwa mit der Reifung gewisser Weine in Amphoren. Auch Innovationen werden mit der Kelterung des ersten Crémants ohne zugesetzte Sulfite vorangetrieben. Luxemburg ist also allemal einen Versuch wert.
